Newsletter Abfall Januar 2022

Abfallrechtliche Entscheidungen in Kürze

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung aktueller abfallrechtlicher Entscheidungen in einer Kurzfassung.

Vertragsanpassung in Corona-Zeiten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Voraussetzungen für eine Vertragsanpassungwegen Störung der Geschäftsgrundlage nach § 313 BGB mit aktuellem Urteil vom 12.01.2022 (Az.: XII ZR 8/21) weiter präzisiert. Ausführlich zu der Entscheidung in diesem Newsletter Artikel 11.

VGH Baden-Württemberg bestätigt Sicherheitsleistungen nach dem VerpackG weitgehend

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat am 22.12.2021 in mehreren einstweiligen Rechtsschutzverfahren entschieden, dass die Anordnung des Sofortvollzugs durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft rechtmäßig war, weil die Bescheide nach summarischer Prüfung voraussichtlich rechtmäßig sind (VGH BW, Az.: 10 S 3428/20 u.a.). Ausführlich zu der Entscheidung in diesem Newsletter Artikel 3.

Bundeskartellamt stellt abnehmenden Wettbewerb bei Sammlung und Transport von Haushaltsabfällen fest

Das BKartA hat am 21.12.2021 den Bericht zu seiner Sektoruntersuchung zur Erfassung von Haushaltsabfällen veröffentlicht und dabei insbesondere die Verpackungsrücknahme im dualen System sowie die Sammlung und den Transport von kommunalen Haushaltsabfällen im Zeitraum 2006 bis 2018 beleuchtet. Der Bericht kann ->hier aufgerufen werden.

Auslegung des Gebührentatbestandes

Das VG Hannover hat eine Klage abgewiesen, da die nachträgliche Festsetzung von Leistungsgebühren für Mehrfachentleerungen rechtmäßig war (Urt. v. 03.12.2021, Az.: 1 A 1303/21). Ob für die mehrfache Entleerung von Restabfallbehältern pro Sammeltour mehrfache Leistungsgebühren erhoben werden können, ist durch Auslegung des Gebührentatbestandes zu ermitteln. Ausführlich zu der Entscheidung in diesem Newsletter Artikel 9.

Zwangsgeld bei Einweggetränkeverpackungen

Das OVG des Landes Sachsen-Anhalt hat sich in seiner Entscheidung vom 22.11.2021 (Az.: 2 M 110/21) mit der Zwangsgeldfestsetzung wegen der Weitergabe von Einweggetränkeverpackungen ohne Pfandlogo befasst.

Deponien: Auswirkungen von Verfahrensfehlern auf den Planfeststellungsbeschluss

Zwei Beschlüssen des VG Düsseldorf vom 22.10.2021 (Az.: 17 L 1475/21 und 17 L 1720/21) lässt sich die Systematik der Verfahrensfehler und deren Auswirkungen auf den angegriffenen Planfeststellungsbeschluss anschaulich entnehmen. Ausführlich zu den Entscheidungen in diesem Newsletter Artikel 8.

Transport der Behälter über 150 m zumutbar?

Eine aktuelle Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts (Beschluss vom 18.10.2021, Az.: 6 B 42/21) befasst sich mit einer Anordnung, Abfallbehälter zu einem etwa 150 m entfernten Bereitstellungsplatz zu bringen. Ausführlich zu der Entscheidung in diesem Newsletter Artikel 10.

Abfallentsorgung in einem Protestcamp

Auch ein Protestcamp (gegen einen Autobahn-Neubau) kann zur Überlassung des Abfalls verpflichtet werden; allerdings ist eine Verpflichtung, den Abfall „unverzüglich“ dem Drittbeauftragten zu überlassen, wegen nicht hinreichender Fristbestimmung formell rechtswidrig, so das VG Magdeburg (Beschl. v. 23.11.2021, Az.: 3 B 321/21 MD).

Vorortkontrolle und Anfertigung von Lichtbildern in Abfall-Zwischenlager rechtmäßig

Die Klage auf Feststellung, dass das Betreten eines Grundstücks eines Sonderabfall-Zwischenlagers sowie die dabei erfolgte Anfertigung von Lichtbildern rechtmäßig war, ist vom OVG NRW abgewiesen worden (Urt. v. 30.11.2021, Az.: 8 A 513/19).

Anspruch eines Landkreises gegen das Bundesland auf Erstattung Kosten einer Ersatzvornahme bei der Abfallbeseitigung

Das VG Karlsruhe hat sich mit Urteil vom 21.10.2021 (Az.: 10 K 6043/19) mit den Voraussetzungen befasst, bei deren Vorliegen ein Landkreis gegen das Bundesland Anspruch auf Erstattung von Kosten hat, die ihm infolge einer Ersatzvornahme betr. die Abfallbeseitigung entstanden sind.

Mülltonne weicht Radfahrer nicht aus

Erkennt ein Radfahrer, dass ihm geleerte Mülltonnen auf dem Radweg im Weg stehen, so muss er diesen vorsichtig und mit ausreichendem Abstand ausweichen. Kommt er dabei zu Fall, so hat er keinen Anspruch auf Schadensersatz gegen das Entsorgungsunternehmen. Dies hat das LG Frankenthal mit Urteil vom 24.09.2021 entschieden (Az.: 4 O 25/21).

Schiedsvereinbarung nach VerpackG

Das OLG Frankfurt hat sich abermals mit einem Schiedsspruch befasst, der in einem Schiedsverfahren nach § 23 Abs. 8 und 9 VerpackG infolge einer Auseinandersetzung um eine Auftragsvergabe durch Systembetreiber ergangen war (Beschl. v. 26.08.2021, Az.: 26 Sch 17/20).

BGH bestätigt Entscheidung zu Müll im Erdreich

Der BGH hat mit Beschluss vom 08.04.2021 (Az.: VII ZR 78/19) die vorgehende Entscheidung des OLG Hamm (Urt. v. 27.03.2019, Az.: 12 U 66/17) bestätigt, nach der bei einer Beauftragung mit dem Abtragen und Verwerten von Boden und Fels die Abtrennung und Entsorgung von Abfall allein eine Leistungsänderung ist.

Behörden und kommunalen Unternehmen übersenden wir auf Nachfrage gerne die angeführten Entscheidungen.

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