Trinkwasserschutz durch ein Sicherungssystem am Stahlwerk Hennigsdorf: Verträge unterzeichnet!
Am 12. Februar sind in Oranienburg Verträge zwischen dem Umweltministerium des Landes Brandenburg, dem Landkreis Oberhavel und der H.E.S. Hennigsdorfer Elektrostahlwerke unterzeichnet worden. [GGSC] hat die Verträge im Auftrag der Behörden konzipiert und die Vertragsverhandlungen moderiert.
Das Stahlwerk befindet sich im Wasserschutzgebiet, in unmittelbarer Nähe des Wasserwerks Stolpe, das 600.000 Berliner versorgt. Infolge der über 100-jährigen industriellen Nutzung des Betriebsgrundstücks sind Boden und Grundwasser mit Schadstoffen belastet. Der Kernbestand des Stahlwerks stammt noch aus den 1970er Jahren und soll modernisiert werden. Die im Wasserschutzgebiet geltenden Anforderungen stehen der Erneuerung des Stahlwerks jedoch grundsätzlich entgegen. Das ebenfalls aus den 1970er Jahren stammende Wasserschutzgebiet für das Wasserwerk Stolpe muss nach Maßgabe der heute geltenden Regelungen neu ausgewiesen werden.
Diese ungewöhnliche Konfliktsituation, die durch die direkte Nachbarschaft von Wasserwerk und Großindustrie geprägt ist, beschäftigt die Beteiligten schon seit über 20 Jahren –sowohl die Neuausweisung des Wasserschutzgebiets, als auch die Modernisierung des Stahlwerks wurden behindert.
Nun konnte in einem neuen Anlauf nach ca. 1 ½ - jährigen intensiven Verhandlungen eine Lösung erzielt werden. H.E.S. installiert für den effektiven Schutz des Trinkwasservorkommens ein Sicherungssystem: schadstoffbelastetes Grundwasser wird bei Bedarf mit einer sogenannten Abstromsicherung an der Grundstücksgrenze abgefangen. H.E.S. betreibt das System dauerhaft auf eigene Kosten.
Damit sollen die Bedingungen dafür erfüllt werden, dass das Betriebsgrundstück aus dem Wasserschutzgebiet herausgenommen wird. Dies verbessert zudem grundlegend die Voraussetzungen für die Modernisierung des Werks, die auch im Interesse des Trinkwasserschutzes ist. Das Vertragswerk enthält alle erforderlichen Instrumente, damit die Trinkwasserversorgung dauerhaft geschützt wird.
Das Verfahren zur Neuausweisung des Wasserschutzgebiets für das Wasserwerk Stolpe wird jetzt wiederaufgenommen und soll möglichst bald abgeschlossen werden.
Nachfragen bitte an:
Rechtsanwalt Dr. Achim Willand
Tel. +49 (0)30 – 726 10 26 0
E-Mail: willand@ggsc.de
Weitere Informationen und Presseerklärungen zur Vertragsunterzeichnung am 12.02.2026 siehe hier:
- Riva in Hennigsdorf: 22 Jahre für neues Stahlwerk verhandelt, investiert Firma noch? | moz.de
- Zukunft Stahlwerk Hennigsdorf: Neubau durch Unterschrift für Trinkwasserschutzzone möglich | maz.de
- Gemeinsam für Stahlwerk-Neubau und Grundwasserschutz / Landkreis Oberhavel
- Hennigsdorfer Elektrostahlwerk kontrolliert Grundwasser künftig selbst | rbb.de
- Trinkwasserschutz über Brunnensysteme / Stadt Hennigsdorf