Deponie auf Deponie

Schaubilder

Konzeption, Genehmigung und Umsetzung einer Prepaid-Deponie

[GGSC] hat gemeinsam mit der Zentralen Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) das Modell der „Prepaid-Deponie“ als Kooperation zwischen öffentlicher und privater Entsorgungswirtschaft entwickelt und am Standort Kapiteltal mit einer optimalen Nutzung eines vorhandenen Deponiekörpers („Deponie auf Deponie“) kombiniert.

Die Schaffung neuen Deponieraums ist wieder zur abfallwirtschaftlichen Herausforderung geworden, da der Bedarf an Entsorgungsmöglichkeiten für mineralische Abfälle (Abfälle der Deponieklasse 1 – DK I Abfälle) in vielen Bundesländern mittel- bis langfristig nicht gedeckt werden kann. In der Vergangenheit wurden Deponien überwiegend von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern betrieben. Diese sind allerdings häufig nicht in der Lage oder bereit, die wirtschaftlichen Risiken, die sich mit dem hohen Investitionsvolumen und der langen Laufzeit einer Erweiterung des Deponieraums verbinden, allein zu tragen.

Dem privaten Vertragspartner wird dabei ein Recht zur Lieferung von DK I-Abfällen auf einem vom öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zu planenden und zu betreibenden neuen Deponieabschnitt für DK I-Abfälle eingeräumt. Mit der Einräumung dieses Nutzungsrechts wird er auch verpflichtet, die Kosten und Risiken im Zusammenhang mit der Errichtung, dem Betrieb, der Stilllegung und der Nachsorge des neuen DK I-Deponieabschnitts zu tragen. Für bestimmte Kostenarten sind dabei Vorauszahlungen zwingend erforderlich („Prepaid-Deponie“), da nur so - etwa bei der Auslösung von Baumaßnahmen - keine zusätzlichen Risiken auf die öffentliche Hand zukommen.

In Kaiserslautern wurde dieses Modell im Jahr 2013 umgesetzt. In einem von [GGSC] begleiteten europaweiten, nicht förmlichen Auswahlverfahren wurde die REMEX Deponiegesellschaft Kapiteltal mbH als Partner gewonnen. In den Jahren 2014 und 2015 wurde der erste Bauabschnitt der DK I-Erweiterung realisiert. Seit dem 01.01.2016 steht daher der erste Teil des zusätzlichen Deponievolumens von ca. 7.000.000 m³ zur Verfügung. Die Ablagerung der Abfälle soll nach den derzeitigen Planungen im Jahr 2051 enden. Damit ist die Deponie Kapiteltal ein wichtiger Faktor zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit in Rheinland-Pfalz.