"Ökologische Win-Win-Situation: Solarkraftwerk ermöglicht Sanierung belasteter Militärflächen - Turnow-Preilack ist "Energie-Kommune" des Monats"

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Vergrabene Fässer mit Chemikalien

Muinitionsfunde

Ökologisches Leuchtturmprojekt Solarkraftwerk Turnow-Preilack I + II

Bei diesem Projekt handelt es sich um zwei in den Jahren 2009 - 2011 errichteten Solarparks mit einer Leistung von insgesamt 71 MW installierter Leistung. Dieses Projekt war zum Zeitpunkt der Errichtung von Turnow-Preilack I (53 MW) eines der weltweit größten Solarkraftwerke.

Das Solarkraftwerk befindet sich auf Teilflächen des größten Militärübungsplatzes der ehemaligen DDR „Lieberose“ im Bereich des sog. ehemaligen Chemiestädtchens im Landkreis Spree-Neiße.

Auf dem Gelände befanden sich neben großer Mengen explosiver Munition auch hochgefährliche chemische Kampfstoffe. Die auf einer Fläche von mehr als 400 ha in Fässern vergrabenen Chemikalien hatten bereits zu messbaren Grundwasserschäden und damit zu einer Bedrohung der Grundwasserversorgung der anliegenden Gemeinde Turnow-Preilack geführt.

Europäisches Vogelschutzgebiet

Eine weitere Besonderheit der Flächen bestand darin, dass sich das Gelände innerhalb eines Europäischen Vogelschutzgebietes befindet. Aufgrund der flächendeckend vorhandenen hochexplosiven Munition ließen sich jedoch die eigentlich zur Aufrechterhaltung des Offenlandcharakters erforderlichen Pflegemaßnahmen nicht mehr durchführen. Aufgrund der bereits eingetretenen fortschreitenden Sukzession waren die Habitate für geschützte Vogelarten vor der Demunitionierung konkret gefährdet.

Der Grundstückseigentümer, das Land Brandenburg, konnte mit den durch die Realisierung des Solarparks anfallenden Pachtzinsen mehr als 400 ha der Flächen vollständig beräumen.

Gleichzeitig konnten durch umfangreiche Maßnahmen wie z.B. besonders weite Abstände der Modulgestelle die aufgrund der Errichtung von PV-Modulen verursachten nachteiligen Auswirkungen für geschützten Lebensraumtypen und Vogelarten deutlich minimieren.

[GGSC] übernahm während der gesamten Genehmigungsverfahren (Bebauungsplan-/Baugenehmigungsverfahren/Errichtung der Anlagen) und bei der Sicherung der Nutzungsrechte (vor allem Abschluss der Nutzungsverträge) die juristische Beratung für die Projekte. Neben der rechtsanwaltlichen Beratung stand dabei auch eine Projektkoordinierung und Abstimmung mit einem Team von Projektentwicklern, Naturschutzfachplanern, Architekten sowie Beräumungsfirmen sowie den Genehmigungsbehörden im Vordergrund..

Dieses Projekt zeigt wohl in einer einmaligen Größenordnung, dass die Errichtung von Solaranlagen selbst bei einer Realisierung in einem europäisch geschützten Vogelschutzgebiet bei der erheblichen Vorbelastung aus militärischen Altlasten neben der Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energieanlagen im Ergebnis zu einer verbesserten Flächenbeschaffenheit der genutzten Flächen führen kann.