26.04.2018 Lebensmittel Umwelt

[GGSC] Anwalt Dr. Achim Willand - ein Portrait über den "Anwalt der Bienen" in der Süddeutschen Zeitung

Die EU-Staaten haben am 26. April 2018 einem Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel sprach sich eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken.

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte in diesem Zusammenhang ein Portrait über den [GGSC] Umweltrechtler Rechtsanwalt Dr. Achim Willand:

"Achim Willand kämpft vor dem Europäischen Gerichtshof für ein Verbot schädlicher Pestizide. Das Urteil dürfte weitreichende Folgen haben. Viele Juristen hätten sich nach dem Studium wohl anders entschieden. Vor allem in der Wirtschafts- und Finanzwelt locken hohe Gehälter. Zu den Topverdienern gehören Juristen, die Pestizid-Hersteller wie Bayer oder BASF vertreten. Achim Willand hat sich dennoch für die andere Seite entschieden, setzt sich für Umwelt und Natur ein. Aktuell kämpft er für ein europaweites Verbot bienenschädlicher Mittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Nicht gerade ein Thema, mit dem Berufsanfänger Karriere machen können, oder wie es Willand ausdrückt: "Wer als angehender Anwalt im Bewerbungsgespräch sagt, er habe sich schon im Studium auf die Bienen spezialisiert, ist schnell draußen."

"Der 54-Jährige hat es trotzdem versucht und ist heute ein bekannter Umweltrechtler. Das Spektrum seiner Klienten reicht von NGOs über Unternehmen und Behörden bis hin zu Ministerien. Seit 1997 ist der promovierte Jurist für die Berliner Kanzlei Gaßner, Groth, Siederer & Coll. tätig, die auf Umwelt- und Energiethemen spezialisiert ist. Willand selbst ist Experte für Landwirtschaft, Lebensmittel, Altlasten und Wasserrecht. Vor allem aber ist er ein Spezialist in Sachen Bienen.

Aufsehen erregte ein Verfahren, das Willand mit seinem Team bis vor den Europäischen Gerichtshof trug. Es war der Fall des Hobby-Imkers Karl-Heinz Bablok, der nicht hinnehmen wollte, dass sein Honig Spuren von gentechnisch verändertem Mais enthielt - und so zu einem Produkt wurde, das viele Verbraucher ablehnen. 2011 gewannen sie das Verfahren. Belasteter Honig muss seitdem gekennzeichnet werden und darf nur mit gesonderter Zulassung in den Handel, betroffene Imker haben ein Recht auf Schadenersatz. Ein bahnbrechendes Urteil. Gentech-Mais wird hierzulande nicht mehr angebaut.

Sein aktueller Fall hat Willand erneut nach Luxemburg, an den Europäischen Gerichtshof geführt. Nur gehört er diesmal nicht zu den Klageführern, sondern sitzt an der Seite der beklagten EU-Kommission, als eine Art moralische Unterstützung und in Vertretung einiger Imkerverbände.

Angestoßen haben das Verfahren Bayer, BASF und Syngenta. Die Agrarkonzerne klagen dagegen, dass die EU 2013 den Einsatz mehrer bienenschädlicher Pestizide teilweise verboten hat. Darunter drei Mittel aus der Gruppe der Neonicotionoide, deren Einsatz im Freiland die EU nun sogar ganz verbieten will, weil sie als eine der Ursachen für das Bienensterben gelten. Ein Urteil ist für den 17. Mai angekündigt. Die EU-Länder entscheiden bereits an diesem Freitag über ein umfassendes Verbot."

Das vollständige Portrait lesen Sie hier:

Süddeutsche Zeitung, 26.04.2018: Anwalt der Bienen